Velvet Goldmine

02:25-04:20 ARD
Dienstag 2018-05-29
 GB/USA   1998
Velvet Goldmine

Live fast, die young? Im London der frühen Siebziger wird der Glamrocker Brian Slade (Jonathan Rhys Meyers) auf der Bühne unter den Augen seiner entsetzten Fans erschossen. Ein Abgang, der zu dramatisch ist, um wahr zu sein. Tatsächlich handelt es sich bei dem angeblichen Attentat um eine jener Inszenierungen, mit denen Slade zum Liebling der Medien aufgestiegen war: Der Star ist nur untergetaucht. Zehn Jahre später soll der Journalist Arthur Stuart (Christian Bale) den Fall wieder aufrollen. Die Recherche wird für ihn zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, denn Slades androgyne Erscheinung, die exaltierten Auftritte und bittersüssen Songs hatten einmal eine ganze Ära des politischen, kulturellen und sexuellen Umbruchs repräsentiert. "All that glitters — is gay": Der junge Reporter kann sich noch gut an die zögernde Entdeckung seiner eigenen Homosexualität erinnern, an die Stunden, die er mit den Platten und Starschnitten seines Idols in einem muffigen Elternhaus verbrachte. Stuart macht sich daran, die Menschen aufzuspüren, die für Slades Karriere wichtig waren, darunter dessen erster Manager Cecil (Michael Feast) und Exfrau Mandy (Toni Collette). Aber erst die Begegnung mit dem frühen Punkrocker Curt Wild (Ewan McGregor), einem wirklich radikalen Popkünstler, der Slades Karriere in einer schwierigen Situation Auftrieb gegeben hatte, dann aber auf der Strecke blieb, enthüllt die ganze Dimension des Geschehens. Stuart ist schliesslich imstande, das Rätsel um Slade zu lösen. Doch das Gefühl, etwas Unersetzliches verloren zu haben, wird ihn nie wieder verlassen. Nach seiner Uraufführung in Cannes stiess der Film des eigenwilligen Aussenseiters Todd Haynes zunächst auf Unverständnis: Seine historisch keineswegs korrekten Anspielungen auf Musiker wie David Bowie oder Iggy Pop wirkten irritierend. Inzwischen aber hat "Velvet Goldmine" eine Kultgemeinde um sich versammelt. Der Film funktioniert tatsächlich nicht nur als perfekt produziertes Spektakel mit einfallsreichen, exaltierten, liebevoll gestylten Musiknummern, sondern auch als grosse schwule Liebesgeschichte und melancholischer Abgesang auf subkulturelle Traditionen. Inmitten eines glänzend aufgelegten Ensembles — darunter Christian Bale, Toni Collette und Jonathan Rhys Meyers — beherrscht Ewan McGregor mühelos die Bühne: Seine wahrhaft exhibitionistischen Auftritte in Iggy-Pop-Manier legen den Gedanken nahe, dass er auch als Rockstar hätte Karriere machen können.


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